Wasserretter

Wasserretter

Für die Ausbildung von Wasserrettern wirken alle Ausbildungsbereiche der Wasserwacht vertrauensvoll zusammen. An einem Lehrgang sollen höchstens 20 Personen teilnehmen.

Träger der Ausbildung sind Ortsgruppen, Kreis – Wasserwachten oder Wasserwacht – Bezirke. Diese Regeln das Anmeldeverfahren sowie den Nachweis der notwendigen Teilnahmevoraussetzungen im Einklang mit gültigen Vorgaben.

Der Teilnehmer muss die Ausbildung nach längstens drei Kalenderjahren abgeschlossen und die Abschlussprüfung absolviert haben.

Teilnahmevoraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen für die Teilnahme erfüllt sein:

  • aktiver Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst der BRK-Wasserwacht
  • abgeschlossene Ausbildung zum Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst (WRD)
  • Fortbildungsnachweis gemäß DV WRD (Dienstvorschrift Wasserrettungsdienst)
  • gültige Rezertifizerung Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) mit AED (Automatisierter Externer Defibrillator) oder HLW – Rezertifizerung
  • Endanwenderschulung Funk

Lehrgangsinhalte und Lehrgangsauer

Ein vollständiger Lehrgang ist in vier Module strukturiert und umfasst mindestens 64 Unterrichtseinheiten (UE). Er schließt mit der Prüfung zum Wasserretter.

Die Inhalte der Module sind Pflichtinhalte und können durch regionale und lokale Inhalte ergänzt werden. Das Modul „Regionales Einsatztraining Wasserwacht“ ist ein Wahlpflichtmodul.

Die Ausbildung zum Wasserretter ist anwendungsorientiert und praxisnah zu gestalten. Die zeitliche Gewichtung der einzelnen Module muss ausgewogen und schlüssig sein. Ausreichendes Praxis-Training (mind. 50 % gemessen an der Gesamtstundenzahl) und vollständige Fallsimulationen sind verbindlicher Teil des Lehrgangs. Ein Training in Kleingruppen wird empfohlen.

Alle Module haben Trainings – Charakter, deshalb müssen die theoretischen und praktischen Kenntnisse vor und nach der Teilnahme am jeweiligen Modul ausreichend und eigenverantwortlich erworben und geübt werden. Zum Erreichen des Ausbildungsziels sind ein Selbststudium, praktische Vorbereitung und Unterstützung der entsendenden Gliederung erforderlich.

Folgende Inhalte werden behandelt:

Modul I „Basisausbildung Notfallmedizin Wasserwacht“

  • Einsatzgrundlagen, Einsatztaktik und Sicherheitsaspekte
  • Notfallbilder mit Leitsymptomen
  • Grundlagen der Trauma-Erstversorgung
  • sonstige Ursachen für Notfälle
  • ergänzende Lernfelder: Schnittstelle Landrettungsdienst, Kinder-Notfalltraining Wasserwacht, erweiterte Diagnostik, Rettung und Transport
  • Teamarbeit und Teamführung
  • Dokumentation, Übergabe, Assistenzmaßnahmen nach regionalen und lokalen Standards

Modul II „Einsatztraining Wasserwacht“

  • Einsatzgrundlagen und Sicherheitsaspekte
  • Führungs-, Organisations- und Unterstellungsstrukturen in Wasserwacht und Wasserrettungsdienst
  • Rettung, Erstversorgung und Transport mit dem Motorrettungsboot (MRB)
  • Rettung und Erstversorgung bei Tauchunfällen
  • Gerätekunde regionale und lokale Ausrüstung
  • spezielle Einsatzsituationen, komplexe Einsatzbilder, dynamische Einsatzbilder
  • Teamarbeit und Teamführung
  • Dokumentation, Übergabe, Zusammenarbeit mit Einheiten des Land- und Wasserrettungsdienstes

Modul III „Basisausbildung Fließwasserrettung“

  • Fließwasserrettung
  • Sicherheitshinweise
  • Schwimmen (aktiv und passiv) im fließenden Gewässer
  • Gerätekunde (Wurfretter, Leinen, Knoten)
  • Kontaktrettung

Modul IV „Regionales Einsatztraining Wasserwacht“

Regional bezogenes Einsatztraining, zum Beispiel:

  • Einsätze in der SEG
  • spezielles Rettungsmaterial
  • Hochwasser- und Katastrophenschutz-Einsätze
  • Technische Hilfeleistung bei Wasserfahrzeugen
  • Nachteinsätze
  • Zusatzqualifikation Fließwasserrettung
  • Vertiefung medizinischer Inhalte
  • Eisrettung
  • Vertiefung von Inhalten vorangegangener Module